Speaker 0
0:01 – 1:05
Ich bin, wie die meisten Menschen wahrscheinlich, eingesponnen in Netzwerke. Ich bin bei LinkedIn, im Elternchat des Fußballvereins oder in meinem Journalistenverband. Manche dieser Netzwerke inspirieren mich, andere sind eher Mittel zum Zweck. In dieser Podcastfolge geht es eine besondere Art des Netzwerkes, und zwar Innovationsnetzwerke in der öffentlichen Verwaltung. Hier sollen nicht nur Kontakte geknüpft werden, sondern auch neue Prozesse oder Dienstleistungen entwickelt werden und es geht Wissensaustausch. Was erfolgreiche Innovationsnetzwerke ausmacht, darüber sprechen wir heute hier bei ReStart digital. Mein Name ist Franziska Walser und bei mir im Studio sind Liadon Sage, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kompetenzzentrum öffentlicher IT mit den Themenschwerpunkten innovativer Start und digitale Partizipation. Hallo, Liadon.
Speaker 1
1:06 – 1:07
Hallo Franziska.
Speaker 0
1:07 – 1:17
Und Doktor Mike Weber, Trendforscher und stellvertretender Leiter des öfid. Hallo, Mike. Hallo, Franziska. Erzählt mal ihr 2, in welchen Netzwerken seid ihr denn und wie profitiert ihr von Netzwerken?
Speaker 2
1:18 – 1:56
Wenn ihr mich das vor 'n paar Wochen gefragt hättet, hätt ich wahrscheinlich gesagt, netzwerke ich doch überhaupt gar nicht. Jetzt hat Leon für uns dankenswerterweise mal zusammengestellt, mit wem wir alles zusammenarbeiten in vom Kompetenz zurück und beim öffentlicher IT. Und da ist ein wahnsinnig großes Bild bei rausgekommen. Also wir arbeiten intensivsten und mit allen mit Organisationen aus allen Gesellschaftsbereichen zusammen, also Forschung natürlich klassischerweise öffentlicher Sektor, aber auch Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Das hat mir gezeigt, wie intensiv wir tatsächlich schon schon als Organisation vernetzt sind und dann natürlich auch in bestimmten eher formalisierteren Formen in anderen Netzwerken zusammenarbeiten.
Speaker 0
1:56 – 2:07
Okay, also das heißt, Du bist eingebunden, aber Du bist jetzt nicht irgendwo, wo Du 'n Mitgliedsantrag ausfüllen musstest und regelmäßig zu treffen gehst oder so was. Also die Art von Netzwerk nicht.
Speaker 2
2:08 – 2:35
Mitgliedsanträgen, ich persönlich vereinzelt. Das ist ja das Schöne an Netzwerken. Das ist immer so unterschiedlich. Mhm. Also das ist sehr formal und die meisten sind ja offen und zeichnen sich ja grade durch diese Nicht Formalisierung aus. Und ja, in der Tat, wenn wenn es darum geht, formale Mitgliedsanträge wär dienstlich wahrscheinlich auch 'n größerer Verwaltungsakt bei Fraunhofer. Müssen wir das bringen? Nein. Aber das eher nicht. Aber natürlich dann einfach bei irgendwelchen Informationsveranstaltungen,
Speaker 1
2:35 – 3:44
zu denen man sich regelmäßig anmelden kann, da ist man ja schon halb im Netzwerk drin. Ja, das stimmt. Wie ist bei dir, Lira? Ja, ich würde auch mich da anschließen. Ich denke, bei den bei den meisten Netzwerken in der Verwaltung ist es eher eine Ausnahme, dass man formalisierte Anträge stellen muss. Und ich bin zum Beispiel also bei einigen, man kann so sich immer wieder reinschnuppern eigentlich in verschiedene Verwaltungsnetzwerke. Zum Beispiel die NEXT Communities sind besonders niedrigschwellig, würde ich sagen. Da gibt's auch zum Beispiel ein Women Up NEXT, die ich ganz spannend finde immer. Und ja, also auch zum Beispiel die Piazza Konferenz hatten wir auch letztens bei ÖFITM gemeinsam mit unseren Partnern bei, also auch bei der beim Netz NEX Netzwerk bei der Gesellschaft für Informatik und mit der Open Knowledge Foundation veranstaltet. Und das ist auch immer ein so ein besonderes Format tatsächlich, das Leute aus Verwaltungs, Weggesellschaft und Wissenschaft zusammenbringen soll. Und genau, also warum ich dann teilnehme immer so ein, also wie Du wie Du gefragt hast. Ich finde, für mich gibt's immer so wirklich Mehrwert dabei zu sein und so neue Ideen zu hören, die vielleicht noch nicht bei mir also bei mir angekommen waren, sondern ein bisschen Inspiration für die für die Arbeit zu bekommen und auch sich einfach ja beruflich zu vernetzen. Vor allem als junge Frau, also auch relativ neu in diesem Feld, würde ich sagen, also Digitalisierung
Speaker 0
3:45 – 4:10
des öffentlichen Sektors, dann ja, es gibt auch wirklich eine gute Auswahl. Also ich glaub, ja, das DAX Netzwerk hatte eine Liste zusammengestellt, da dabei waren 76 Netzwerke. Da hab ich gestaunt. Genau, das hab ich gelesen in dem Whitepaper, dass es 76 Netzwerke sind. Das ist schon fast 'n bisschen Qual der Wahl. Mhm. Wie schätzt ihr's denn ein? Es gab ja auch son bisschen polemisch den Vorwurf des Netzwerk Gewirs. Also sind es vielleicht sogar schon fast zu viele Netzwerke, den Überblick zu behalten?
Speaker 1
4:10 – 5:09
Es kann manchmal, ja, wie Du sagst, Qual der Wahl sein. Also für Verwaltungsmitarbeitende, vor allem mit wahrscheinlich weniger Zeit, also weniger Zeitressourcen, Da muss man sich tatsächlich entscheiden. Aber ich würde sagen, die meisten Netzwerke haben auch einen klaren thematischen Schwerpunkt. Mhm. Und entsprechend kann man sich halt entscheiden, wo bringt es mir etwas, also dabei zu sein und wo brauche ich vielleicht bisschen, ja, Unterstützung bei der Lösung 1 Herausforderung, die ich gerade habe? Genau, kann man sich entscheiden, natürlich ich Aber natürlich gibt's auch so ein bisschen Kritik, dass man vielleicht einige Netzwerke doch 'n bisschen zusammenstellen oder quasi wissen, ja, dass es doch 'n bisschen mehr Konstellation braucht oder 'n bisschen mehr Zusammenführung, einige Netzwerke, ja. Wobei es ja eigentlich faszinierend ist, ne? Dann spricht man immer von Netzwerkeffekten, das ist alles zum größeren Netzwerk konvergiert und offenbar funktioniert das in der Verwaltung nicht so ganz hundertprozentig. Aber ich will das auch so sehen, dass in erster Linie thematisch getrieben ist. Ja und wie zum Beispiel Beispiele, also jetzt für, ich weiß, es gibt für die Vergabe zum Beispiel 'n Netzwerk einzeln. Also was wären so Beispiele für so sehr spezifische Netzwerke, die es da gibt?
Speaker 2
5:09 – 5:26
Lustigerweise gab's für den Bereich Beschaffungeinkauf, öffentlicher Einkauf ja tatsächlich 2 Netzwerke. Ach so. Ah. Und da hat sich dann 1, sagen wir neu fokussiert, neu ausgerichtet. Mhm. Und das ist dann ja auch, wenn man so will, 'n guter Marktmechanismus, wenn sich 1 von den beiden durchsetzt, dann würde ich jetzt mal so interpretieren.
Speaker 0
5:27 – 5:39
Ja. Und was ist aus eurer Sicht, was braucht 'n gutes Netzwerk, zu funktionieren? Also wir haben schon gesagt, jetzt klarer Fokus ist was, was gut ist. Was braucht's noch? Die große Herausforderung, so ganz allgemein und
Speaker 2
5:40 – 6:15
auf 'ner hohen Überflug höher Die große Herausforderung bei Netzwerken ist ja immer, ich muss irgendwas investieren und das, was ich zurückkriege, ist nicht so eindeutig. Mhm. Also wenn ich irgendwas einkaufe, dann kriege ich das Produkt zurück oder die Dienstleistung oder was auch immer, dann ist die Gegenleistung immer vollkommen klar. Das ist bei Netzwerken nicht immer so eindeutig. Also es kann natürlich sein, dass ich irgendwo zum Netzwerktreffen gehe und völlig beseelt bin und denke, oh toll, da muss ich immer wieder hin. Vielleicht dann doch eher die Ausnahme. Also ich muss investieren und weiß noch nicht so ganz genau, was ich dabei rauskriege. Also ich investier Zeit, ich investier vielleicht auch
Speaker 0
6:16 – 6:17
Aufwand in,
Speaker 2
6:17 – 6:58
ich fuchs mich da ein in die Online Foren oder ne, die haben ja auch ganz verschiedene Plattformen, diese Netzwerke. Das ist mein Invest sozusagen. In erster Linie Zeit. Mhm. Oder wenn ich meinen Impuls gebe, dann natürlich noch 'n bisschen mehr Zeit und Ja. Vernitärliche Arbeit, die ich da leisten muss. Ja und dementsprechend ist es häufig so, dass Netzwerke dann Früher hätte man gesagt, 'n Kümmerer brauchen. Also irgendetwas, entweder eine Organisation, die das trägt oder aber jemand, der ganz gezielt und dann auch für die Sache brennt und das vorantreibt. Das ist immer sehr hilfreich, dann auch son bisschen so diese diese kritische Phase, krieg ich jetzt zurück, was ich investiert habe, son bisschen zu überbrücken. Ah, ist spannend. Okay und dann diese Kümmerer würden dann so was sagen wie zum Beispiel, bei unserem nächsten Treffen geht es
Speaker 0
6:59 – 7:05
mag mal jemanden 'n Impuls dazuschreiben? Also weil man sonst einfach so reinrutscht in dieses stammtischartige,
Speaker 1
7:05 – 8:14
dann alle sind da und was machen wir jetzt sozusagen? Es ist also jetzt 'n bisschen zugespitzt, aber ist es so? Ja, es ist auf jeden Fall ganz wichtig, dass es ein auch eine Erkenntnis aus aus unserer Studie jetzt, dass es auf jeden Fall so eine 1 starke Themensetzung braucht in dem Netzwerk. Es braucht auch eine inhaltliche Gestaltung und das erfolgt meistens in den meisten Netzwerken oder jedenfalls die bei denen, die wir untersucht haben, auch durch die koordinierende Organisation, dass jemand wirklich so quasi sich darum kümmert, ja, ein Programm auf zu also zu füllen zu füllen, auch son bisschen die die Impulse von außen vielleicht zu suchen oder eben vom von innerhalb des Netzwerks, ist natürlich auch möglich. Aber genau, dass dass die Leute dann reinkommen und nicht erst mal da leer, also quasi ohne Programm da oder ohne Themen zum Beispiel, wenn man eben Kleingruppen arbeiten oder Speeddating macht zum Beispiel, dass es auch ganz konkrete Themen gibt, weil sonst ja kann es auch ins Leere oder kann können viele Leute verloren gehen auf jeden Fall. Genau und aber das kann natürlich auch so auch stärker vielleicht durch die Teilnehmenden erfolgen auch, dass die wirklich auch Impulse selbst mitbringen und Ideen und sagen, ja, das könnte ich als Best Practice zum Beispiel mit der Gruppe teilen oder genau, also dass dass man auch auf jeden Fall als Koordinator, also Koordinator oder Koordinatorin
Speaker 0
8:14 – 8:33
stärker vielleicht Impulse von den Teilnehmenden sucht. Dass die wirklich auch in der Aktivität kommen und dazu beitragen und eben mehr als nur, ich bin hier, ich opfere meine Zeit, sondern vielleicht auch, ich geborene euch Input. Genau, ja. Dass die in sone Haltung mehr kommen. Dass sie sich auch sehen, also dass Teilnehmende sich auch sehen dann als Mitgestalter des Netzwerks und nicht nur als massive
Speaker 1
8:33 – 8:47
irgendwie Beobachter oder so, dass die ihr Wissen mitnehmen, aber vielleicht also damit's wirklich anschlussnah ist, also quasi praxisnah für die für die auch für die Teilnehmenden ist. Also damit müssen sie halt auch 'n bisschen einem was einbringen. Ja. Kann sich auch tot kümmern, ja.
Speaker 0
8:48 – 8:55
Und wie wie ist so eure Erfahrungen mit online versus offline? Also hat sich natürlich doch Corona zuletzt auch viel online
Speaker 2
8:56 – 9:40
verlagert, aber braucht's Präsenztreffen für 'n funktionierendes Netzwerk oder muss gar nicht? Ich bin da 'n bisschen hin- und hergerissen. Also es geht natürlich sehr, sehr viel online und gerade auch dadurch, dass wir, also hier unser Format Piazza zum Beispiel machen wir ganz bewusst online, die die die Teilnahmeschwelle möglichst niedrig zu halten. Und das ist natürlich, grad wenn man ortsvereilte Netzwerke hat oder das in den Arbeitsalltag integrieren möchte, ist es natürlich 'n ganz wichtiger Punkt. Also deswegen würd ich sagen, Standard ist mittlerweile online. Es kann natürlich nicht schaden, je nachdem, auch wieder wenn man 'n konkretes Ziel hat, konkretes Projekt bearbeiten möchte, dann ist es natürlich immer sehr, sehr hilfreich, wenn man sich auch mal persönlich sieht und dann trifft. Also ich würde sagen, je nach Art des Netzwerkes kann sich die Mischung unterscheiden, aber Primat eindeutig online mittlerweile.
Speaker 0
9:40 – 9:44
Könnt ihr mal kurz zu dem Piazza, das hattet ihr jetzt zweimal schon erwähnt, was genau passiert da?
Speaker 1
9:46 – 10:55
Genau, also das ist so ein Workshopkonfer Eine Workshopkonference. Wir machen dann jedes Jahr, also tatsächlich jetzt hat's im November stattgefunden zum fünften Mal und da gibt's immer mehrere Parallelworkshops. Wir machen quasi eine 1 offenes Verfahren, also genau, dass das Personen aus Verwaltungs, Zivilgesellschaft und Wissenschaft vor allem Workshop Ideen einreichen können und dann machen wir ein Auswahlverfahren und gemeinsam in diesem Trägerkreis, die Partner hatte ich vorhin bereits erwähnt und suchen wir dann quasi die die aktuellsten oder die vielversprechendsten Konzepte aus. Und dann begleiten wir dann diese diese Organisationen über in diesen in den 3 Sektoren. Und genau setzen dann die Workshops technisch wie meinte das genau das findet seit 5 Jahren tatsächlich digital statt, auch weil eine Erkenntnis aus den letzten Jahren ist, dass viele Verwaltungen aus Kommunen auch ganz oft Ja, es ist einfach sehr dezentral, ne? Man hat dann viel Anreise Genau. Wenn man das machen würde vor Ort. Genau, es wäre fast unmöglich, jetzt das Konzept so umzusetzen, wenn wir es wirklich vor Ort Also wir haben natürlich auch überlegt, also Hybrid zu machen oder so, aber schließlich hat sich das digitale Format im Falle der Piazza gut bewährt. Mhm. Jetzt ist das Whitepaper, was uns zu diesem Podcast inspiriert hat, was Du geschrieben hast, Diadon,
Speaker 0
10:56 – 11:08
da geht's Innovationsnetzwerke. Wie unterscheidet sich denn 'n Innovationsnetzwerk von einem, weiß ich nicht, allgemeinen Netzwerk? Also was macht das aus sozusagen, ne? Warum steht da Innovation davor?
Speaker 1
11:08 – 12:17
Ja, das ist das ist tatsächlich die Schlüsselfrage, genau. Ja, also Netzwerke haben wir jetzt besprochen, haben wir festgestellt, sind ja sehr wichtig in der Verwaltung und aber sie sollen ja mehr als nur eine Plattform sein für den informellen Austausch. Also mit mit dem Begriff Innovationsnetzwerk wollen wir wirklich einen Schwerpunkt drauflegen, dass sie auch, dass diese Netzwerke auch als strategisches Instrument genutzt werden können von der Verwaltung, gerade wirklich so ihre Handlungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit zu, also genau, zu sichern und weiterzuentwickeln. Also es geht, es war auch ein bisschen ein Prozess jetzt im im Laufe der Studie. Es geht wirklich nicht nur darum, Produkte oder so zu zu Was ja das 1. Ist, was man bei Innovationen denkt, ne, dass da wirklich neue Anwendungen bei rumkommen Ja. Aber es ist breiter gedacht. Es ist auf jeden Fall breiter gedacht. Ja, Innovation in diesem Kontext, also gerade im Kontext des öffentlichen Sektors kann ja, wie Du bereits eingangs erwähnt hast, Dienstleistungen bedeuten, also quasi Verfahren, neue oder verbesserte Verfahren, Produkte, auch Maßnahmen, die öffentlichen Mehrwert schaffen. Das kann ja einiges umfassen auf jeden Fall. Und wir haben bewusst auch diese Definition den Wissenstransfer ergänzt für die Studie, weil wir eben auch anerkennen, dass Wissen und Wissenstransfer sehr wichtig ist von für Netzwerke in der öffentlichen Verwaltung.
Speaker 0
12:18 – 12:31
Mhm. Und es gibt aber schon also diese Netzwerke, diese 76, über die wir hier gesprochen haben, 'n Teil davon ist auch schon Innovationsnetzwerke, würdet ihr sagen, ne. Also die gibt's schon, die müssen nicht neu erfunden werden. Nein, nein. Die die klassifizieren sich vielleicht nicht selber als als Innovationsnetzwerk.
Speaker 1
12:32 – 13:01
Deswegen der Begriff erscheint vielleicht ein bisschen neu, aber ist tatsächlich schon bekannt in der Wissenschaft. Es gibt zum Beispiel auch den Begriff Public Service Innovation Networks international, also quasi eben Innovationsnetzwerke für öffentliche Dienstleistungen, die dann besonders innovativ gestaltet werden sollen. Wir hatten dann auch in den Interviews mit den Netzwerkkoordinatorinnen gefragt, ja und seht ihr euch eigentlich, das ist eine Innovationsnetzwerke? Und für die meisten war das eine neue Frage, die sich vielleicht noch nicht gestellt hatten, aber die Antwort war dann meistens, ja, wir sind eigentlich innovativ. Also wir wir unsere
Speaker 0
13:02 – 13:19
Methoden oder unsere Ansätze oder letztendlich auch die Ergebnisse, die wir erzielen, sind quasi fallen unter diesem Begriff. Und Mike, vielleicht warum ist es wichtig, das so neu zu definieren und zu sagen, da findet Innovation statt? Geht's da auch darum, dass die Verwaltungen dann, da auch darum, dass die Verwaltungen dann quasi ihre Leute freistellen, zum Beispiel, da teilzunehmen?
Speaker 2
13:19 – 14:25
Also geht's darum, diesen Stellenwert 'n bisschen höher zu hängen? Mhm. Das ist da der quasi in der Wirkung nach hinten raus für die Organisation 'n ganz wichtiger Aspekt, die auch die Möglichkeiten zu geben, dass sich die Leute daran beteiligen können. Möchte noch mal von 'ner anderen Seite kommen, von 'ner Innovationsseite. Es gibt ja diesen wunderbaren Satz, Innovationen entstehen dann Grenzen. Also sprich, wenn man in seiner Organisation hockt, zusammen hockt, dann ist es unheimlich schwierig, neue Ideen und funktioniert auch. Wir sind ja auch 'n kreativer Verein, aber es ist relativ schwieriger, neue Ideen zu produzieren. Und es ist viel leichter, mal über den Tellerrand zu gucken und da mal zu gucken, wie machen's denn die anderen? Und dadurch Ideen für Innovationen zu bekommen. Und das ist natürlich die klassische Funktion 1 Netzwerkes, über den Tellerrand zu gucken. Ob das jetzt eine ähnliche Organisation ist, die nur woanders was Ähnliches macht oder auch eine ganz andere Organisation, die ganz anders aufgestellt ist, Und daraus zu lernen, also klassischerweise Agilität haben wir ja auch ein Beispiel in der Studie drin. Das ist so ein 1 Punkt, der auch organisationsübergreifend sehr gut adaptierbar und Ja. Abernehmbar ist. Deswegen ist dieses Innovative im Netzwerk schon so halb mit drin.
Speaker 0
14:26 – 14:29
Dadurch darf ich eben diese Grenzen überschreiten. Genau, genau.
Speaker 2
14:29 – 15:10
Und jetzt halt noch mal den besonderen Fokus darauf zu lenken, na ja, was kommt denn auch an Innovativen hinten raus bei diesen Netzwerken? Das ist, glaube ich, auch, wenn ich richtig verstanden habe, gerade auch für die Netzwerke noch mal 'n schöner Lerneffekt, dass sie sehen, ja, es passiert tatsächlich was und da kommt tatsächlich was hinten raus. Wir bringen nicht nur Menschen zusammen, sondern wir produzieren was am Ende. Genau. Genau. Genau. Und das ist dann, haben wir auch schon gesagt, in erster Linie ja, weil konzentriert sich natürlich eher auf Prozessinnovationen als auf Produkteinnovationen. Und da das ist dann auch wieder ein Argument und jetzt sind wir wieder am Anfang deiner Frage, das ist dann auch wieder 'n Argument zu zeigen, hier guck mal, dieses Netzwerk funktioniert, da kommt richtig was raus, da haben wir was gelernt, was umgesetzt und deswegen müssen wir da strategisch priorisieren.
Speaker 0
15:11 – 15:38
Ja. Und dieses auch dieser Punkt, den Du am Anfang genannt hast, ne? Ich geh in 'n Netzwerk rein, investier was und weiß nicht so richtig, was ich bei rauskomme. Da weiß man dann auch, da kommt Innovation raus im besten Fall sozusagen, ja. Genau, das sind schöne Beispiele jetzt. Ja, genau Beispiel ist 'n gutes Stichwort. Ihr habt ja ja nicht alle über 70 Netzwerke untersucht, sondern ihr habt 5 Netzwerke ausgewählt. Mhm. Könnt ihr mal kurz erklären, warum oder Leadon Du, warum Du die ausgewählt hast? Genau diese 5.
Speaker 1
15:38 – 17:01
Genau, also wir hatten einen Workshop auch wieder, Stichwort Piazza, auf der Piazza Konferenz letztes Jahr gemeinsam mit dem NEX Netzwerk und hatten dann eine so eine Liste zusammengetragen tatsächlich gemeinsam mit den Workshopteilnehmenden aus genau das die waren auch selbst Experten in verschiedenen Netzwerken drin in und für die Verwaltung. Genau und haben dann daraus quasi aus diese Liste dann diese 5 Beispiele gezogen. Und also wie wir ja, bestimmt werden wir das gleich besprechen. Also man merkt, die haben sehr unterschiedliche Themenschwerpunkte, auch sehr unterschiedliche Formate, Herangehensweisen, auch so Ansätze. Und das war auch ein Kriterium für uns, dass wir auf jeden Fall den Kontrast haben, so möglichst viele also quasi ja verschiedene Good Practices dann einsammeln können. Und von also natürlich das Hauptkriterium war, dass die Netzwerke vorher für uns von außen mindestens so als Innovationsnetzwerk eingestuft werden konnten. Dass die irgendwie was innovatives machen, also dass die zum Beispiel genau Innovationen als Ziel oder als Ergebnis erzielen und genau auf diese Basis haben wir dann die 5 ausgewählt. Also ist kein Best of, sondern ihr habt einfach sehr auf Verschiedenheit eher geguckt, ne? Man Genau. Ja, zum Beispiel auch kommunal, also Lande, Bundesebene, also dass die sehr unterschiedlich agieren. Ja. Können könntest Du einmal alle 5 nennen? Also wir werden nicht alle 5 vertiefen können, aber einfach, damit wir's mal gehört haben. Genau, ja gerne. Also die das deutsche Vergabenetzwerk, die Kerncommunity, der KGSt Innovations Circle in Agilität in der Kommunalverwaltung, die Next Community Wissensmanagement
Speaker 0
17:02 – 17:14
und der KI Campus der Polizei. Mhm. Waren die 5 Netzwerke. Okay. Und vielleicht, wenn wir uns jetzt mal diesen KI Campus der Polizei Mhm. Rausgreifen, weil es klingt so sehr konkret, da wär bin ich natürlich gleich interessiert. Mhm.
Speaker 2
17:14 – 18:48
Wie findet denn da zum Beispiel Innovation statt? Könnt ihr da mal son Beispiel nennen, wie das Netzwerk Also was da schon rausgekommen ist, sag ich jetzt mal. Das Schöne an dem Beispiel ist, dass es ja auch schon, wie soll man sagen, ergebnis- und zielorientiert arbeitet, dieses Netzwerk. Also es hat zwar einen Teil, der sehr breit aufgestellt ist und zu Wissensvermittlung und sonst was dient, aber auch einen Teil, wo's ganz konkrete Projekte geht. Und da 'n Kollege von uns hat unter anderem an einem Projekt mitgearbeitet, wo es Gewalterkennung im öffentlichen Raum geht. Mhm. Und da Stichwort Videoüberwachung, wo wo wo dann alle Alarmglocken bei einigen Menschen angehen. Also wie schafft man es, ein 1 technisches System zu konstruieren, das Gewalt im öffentlichen Raum erkennt, ohne allzu tief in Persönlichkeitsrechte einzugreifen? Also ohne den Raum komplett mit Kameras zu bewachen, was die Standardlösung gewesen wäre. Und dann in diesem Netzwerk sind dann halt ganz unterschiedliche Sichtweisen zusammengekommen und dann haben wir auch sehr stark eine ethische Sichtweise auf diese Fragestellungen, ethisch aus 'ner Technikgestaltungsperspektive. Und haben dann langsam und sicher diese Lösung immer weiterentwickelt. Und das, was jetzt rausgekommen ist, ist, wenn ich das richtig verstanden habe, eine Radarüberwachung oder so was. Technisch technisch bin ich nicht so sehr drin. Aber auf jeden Fall ein 1 Form der Überwachung, wo ich halt eben nicht diese Kameras brauche, sondern andere Instrumente einsetzen kann, wo ich halt nicht permanent alle beobachten muss, aber trotzdem noch diese Gewalterkennung durchführen kann. Und genau diese diese dieses Feintuning der Technologie, das ist in diesem Netzwerk passiert.
Speaker 0
18:49 – 18:55
Und hier, da einfach noch mal zu zu den Praktikabilitäten. Also dieses Netzwerk, KI Netzwerk der Polizei,
Speaker 1
18:55 – 19:13
wer kommt denn da zusammen? Das Netzwerk zielt in erster Linie oder ist aus ausgerichtet auf die 4 Bundespolizeien und dann die also die Polizeien der der Länder. Genau und es wird organisiert vom vom Programm P20 im Bundesinnenministerium. Ich glaub, gemeinsam auch mit dem Bundeskriminalamt und der CDS.
Speaker 0
19:13 – 19:23
Und was was haben die richtig gemacht, sozusagen zu diesem Ergebnis zu kommen? Also ihr guckt ja eben, wie Du gesagt hast, nach Best Practices. Mhm. Was wären da Best Practices, Practices, die man mitnehmen könnte aus diesem Netzwerk?
Speaker 1
19:23 – 20:42
Mhm. Also ich glaub, die Marcus angesprochen hat auf jeden Fall die zusammen also die Zusammenführung von Expertinnen aus verschiedenen Bereichen. Also jetzt gerade, wenn's die aditsue Technikgestaltung geht, dann mussten natürlich zwangsläufig außerhalb auch der der der Polizeien auch so Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen. Ich glaub, dieser offene Ansatz ist auf jeden Fall 'n wichtiger Punkt beim KI Campus der Polizei. Auch die nutzen natürlich auch so unterschiedliche Formate, Präsenz und online und genau. Also ich glaub, die sind einfach besonders offen, aber die Zielgruppe ist klar und auch dieses Projekt war auch natürlich gut, also thematisch klar definiert, also nicht zu breit aufgestellt. Und genau, also auf jeden Fall diese Synergie mit der Wissenschaft ist was Besonderes, glaube ich, in diesem Kontext. Ja. Ja und noch ein Beispiel zum Beispiel, also weil es ja mehrmals genannt würde in der Befragung, die wir unter den Teilnehmenden des Netzwerks durchgeführt haben, auch die haben zum Beispiel eine KI Anwendungslandkarte auch erstellt, also wo quasi die dann die bestehenden KI Anwendungsfälle von den verschiedenen Polizeien in Deutschland dann zusammengetragen würden und quasi auf 1 Landkarte visualisiert werden. Und das ist auch, das wär auch noch so ein Produkt, das eigentlich ja auch als Innovation gekennzeichnet also bezeichnet werden kann, weil es ja auch was Neues ist, was ja eine Übersicht gibt über über bestehende Fälle. Total, also wo einfach Wissen eingesammelt wurde von Menschen in dem Netzwerk und sichtbar gemacht wurde sozusagen. Genau. Mhm. Genau, noch mal kurz zu der Methodik in dem Whitepaper.
Speaker 0
20:43 – 20:58
Du hast ja sowohl Teilnehmende befragt im Netzwerk als auch die Organisatoren, soweit sie die gibt, ne? Genau. Also das heißt, es gibt auch richtig son Erkenntnisse darüber, wie zufrieden sind die mit dem Netzwerk letztendlich, ne? Mhm. Genau. Das stimmt, ja.
Speaker 1
20:58 – 21:34
Sind die, also spiegelt sich das da auch wieder in in diesem Fall mit dem KI Netzwerk? Also dass die auch das Gefühl haben, hey, ich hab da meine Zeit sinnvoll investiert? Ja, auf jeden Fall. Das konnte man gut. Also wir haben natürlich auch jetzt im Paper kein kein Netzwerkvergleich gemacht, also wie zufrieden sind jetzt die die Teilnehmenden der verschiedenen Netzwerke. Mhm. Aber trotzdem, doch man hat es klar an an allen Netzwerken tatsächlich gesehen, dass es einen klaren Mehrwert gibt für alle Teilnehmenden. Wirklich ein Großteil haben gesagt, ja, für mich, für meine Arbeit gibt's wirklich Mehrwert an also bei der Teilnahme und auch haben sie das Netzwerk, also ich glaub 3 2 Drittel haben die Netzwerke jeweils als innovativ betrachtet.
Speaker 0
21:34 – 21:54
Also auf jeden Fall ist das ja. Und war da auch das der Fall, was wir gerade besprochen haben, also dass die Leute auch in so 'ner aktiven Rolle sind? Also dass sie das Gefühl haben, hey, ich kann dieses Netzwerk gestalten, ich kann Themen setzen. Mhm. Also war das da auch der Fall oder vielleicht auch in 'nem anderen Netzwerk stärker, was Du untersucht hast? Es ist also Du sprichst gerade tatsächlich auch eine Herausforderung an für also für die Netzwerkgestalt,
Speaker 1
21:55 – 22:51
also für die Netzwerkkoordinatorinnen, denke ich, weil ja, also zum Beispiel im KGST Innovationszirkel, das also das beschäftigt sich ja mit Agilität. Also vielleicht vom Thema her ist es sowieso sehr gut an sich, auch agil natürlich und praktiziert viele auch agile Methoden, auch im Netzwerk. Aber trotzdem, also man hat wirklich gemerkt, dass diese die Netzwerkkoordinatorin hat sich von Anfang an als quasi als Mitglied des Netzwerks auch irgendwie diese Rolle dann klar definiert und Also nicht so hierarchisch, nicht ich bin Genau. Und ihr seid das Netzwerk Ja. Sondern sie ist einfach ein Punkt in diesem Netzwerk. Genau und die ist ein Teil davon Ja. Und das heißt auch, dass die nicht also dass diese Erwartung, also Erwartungsmanagement ist wahrscheinlich so das wichtige Stichwort dazu, dass man am Anfang klarstellt, ja, ich werde nicht jetzt die ganzen Inhalte für euch dann bespielen, sondern ihr müsst auch selber mit Ideen reinkommen und ich werde dann halt auch teilweise natürlich so Inhalte mitbringen, aber nicht nur. Also das ist, glaube ich, auch bei der Koordination dann ein wichtiger Punkt. Ja. In dem Paper ist ja auch diese wunderbare Einteilung von chaotisch
Speaker 2
22:52 – 22:57
bis zu projekt bezogen, glaub ich, geht die Skala. Genau, es gibt sone wie sone Netzwerkklassifizierung,
Speaker 0
22:59 – 23:04
ne? Von Genau. Ich hab mir Genau. Klar. Darm gemerkt zum Beispiel, ne? Da gibt's Namen für verschiedene Netzwerkorganisationen.
Speaker 2
23:05 – 23:19
Genau. Und je nachdem, auf auf auf, wenn es jetzt ist, es ist 'n bisschen vereinfacht, wenn man's als einfache Skala betrachtet, aber wenn man von chaotisch bis zu projektorientiert, ist natürlich auch der die Notwendigkeit der Steuerung eine ganz andere. Also
Speaker 0
23:20 – 23:37
ich will jetzt keinesfalls chaotisch bezeichnen, aber da ist es natürlich von von 'ner Struktur vom Erwartungsmanagement schon ganz anders, dass die Leute sich einbringen. Ja, genau. So. Also da es wären wie so 2 Pole, ne? Also dieses KI Netzwerk der Polizei relativ klar strukturiert, wir wollen hier das und das untersuchen und das andere 'n bisschen freier, dieses KGSt
Speaker 1
23:37 – 23:55
agiles Arbeiten. Ja, das könnte man vielleicht so sagen. Ja. Ja. Ja, es geht auch ein bisschen Ich glaub, wir haben das auch vorhin gesagt, zentrale oder dezentrale Steuerung und entsprechende Ergebnisse auch. Ich versuch mir da gerade, weil das ist ja dieses kommunale Netzwerk, das sind ja einfach wirklich potenziell sehr, sehr viele Menschen, die daran teilnehmen
Speaker 0
23:55 – 23:57
könnten. Mhm. Wie machen die denn da eine Auswahl?
Speaker 1
23:59 – 24:47
Ja, also im Falle der des HGST Innovations Circles tatsächlich gab's so viel Interesse. Also die hatten das, glaub ich, auch selber nicht erwartet, weil es meistens nicht notwendig ist, so einen Antrag stellen zu müssen für die Teilnahme. Aber in diesem Fall müssten sie so einen kurzen, ja, Netzwerkteilnehmenden wirklich auch Fachexpertise mitbringen. Nicht nur Interessierte sind, sondern wirklich auch selber im Thema im Thema drin sind und sich auskennen. Und andererseits hat's auch ein bisschen mehr Verbindlichkeit geschaffen, glaube ich. Mhm. Also ist mein Eindruck, weil es gibt ja auch mehrere, also ist tatsächlich auch zeitlich befristet, diese dieses Netzwerk, also Noah auf 2 Jahre. Das heißt, die Treffen werden von Anfang an so mehr oder weniger definiert, so wann wir uns wo wo treffen und dann muss muss dann eben die Personen dabei sein und es gibt auch keine stille Teilhabeschaft.
Speaker 0
24:48 – 25:33
Man kann nicht passiv dabei sein und manche Treffen verpassen, sondern man muss wirklich auch aktiv dabei sein. Okay. Ja, ja, das ist natürlich eine große Verbindlichkeit, aber ist wahrscheinlich auch gut, ne, dass man nicht so bei diesen vielen, vielen Möglichkeiten, die man hat, nicht so, ah, dann geh ich doch lieber zu dem Netzwerk, sondern da sind die so Ja. Bisschen Ja, das stimmt. Ja. Ja. Vor allem, wenn man weiß, dass es noch für 2 Jahre ist, dann kann man sich, glaube ich, verpflichten und vielleicht nach 2 Jahren das nächste Netzwerk dann angucken. Ja. Also, ja. Okay. Aber auch schade eigentlich, dass das so befristet ist. Waren da mehrere Netzwerke so befristet? Weil das braucht ja wirklich eigentlich lange, sowas in Gang zu bringen und aufzubauen. Und eigentlich ist es ja nicht die Idee, dass man so dann quasi wieder zerreißt nach so 'ner kurzen Zeit. Na ja, also im Falle der KGST Innovationszirkel, die sind alle auf 2 Jahre befristet, außer es gibt dann explizit Willen, aus der Gruppe dann weiterzumachen.
Speaker 1
25:33 – 26:07
Und da müsste es aber einen klaren Auftrag geben, warum also oder quasi ein 1 genau ein 1 klare Fragestellung, die man dann weiterbearbeiten muss oder so. Aber sonst, ja, ich finde es eigentlich also als Lebenszyklus von Netzwerken, also am Ende, wenn sie sich auflösen, weil das Ziel erreicht ist oder weil die Befristung einfach vorbei ist, genau, dann macht es eventuell auch das die die Arbeit im Netzwerk ein bisschen gezielter. Mhm. Weil man weiß ja, man kann nicht einfach immer reinschnuppern. Andere Also es gibt Ich glaube, das ist auch das Schöne daran, dass es so mehrere Arten von Netzwerken gibt und man kann natürlich einige sind so wie Nex zum Beispiel, sind ein bisschen niedrigschwelliger. Man könnte auch jederzeit
Speaker 0
26:07 – 26:17
dabei sein und dann wieder nicht teilnehmen danach. Also es gibt was für für wirklich für alle. Ja, okay, aber manchmal kann eben eine Befristung auch Sinn machen, würdest Du sagen, jetzt als Ergebnis eurer.
Speaker 2
26:18 – 26:44
Gerade wenn das dann ein Netzwerk innerhalb 1, wenn man so will, 'n größeres Netzwerk ist, also wohl nichts als auch KGSt ganz besonders, sind ja noch mal große Organisationen oder große, bezeichnen wir sie mal als Netzwerk, die auch dann unterschiedliche Innovationszirkel haben und Innovationsnetzwerke dadrunter haben. Und wenn man dann in soner son Unternetzwerk auflöst, dann sind die Leute ja nicht weg, ne. Dann können sie halt, wenn Du sagst, eigentlich Muss man sie sich wieder neu einfangen, 'n neues Netzwerk Ja. Aufzusetzen, sondern
Speaker 0
26:45 – 26:56
vielleicht da an Genau. Nicht Alumni, aber man hat sonen größeren Kontext, in dem die Leute dann immer noch rumschwimmen sozusagen Genau. Ne? Auch wenn sich jetzt das eine Netzwerk aufgelöst hat. Genau. Ja. Ja. Ja. Und dann tatsächlich also damit zusammenhängend ein wichtiger eine wichtige Auswirkung von Netzwerken ist auch, also diese dieser weitere Netzwerkeffekt, quasi das bilaterale
Speaker 1
26:58 – 27:04
und die laterale und auch so informelle
Speaker 0
27:04 – 27:37
Kontakte draus entstehen. Mhm. Dass man also es heißt ja nicht unbedingt, dass das Netzwerk komplett weg ist, sondern dass ja, dass das vielleicht informell sind, weitergelebt wird und vielleicht zwischen aus also zwischen Personen, die sich noch, weiß ich nicht, noch sich unterstützen möchten. Ja. Ja, aber ich versuch mir das gerade son bisschen noch auf teilnehmenden Seite vorzustellen und bei diesen Kommunen, ne? Es kann ja sein, das ist schon eine kleine Kommune Mhm. Und ich bin vielleicht der einzige Mensch in meiner Gemeinde, der gerne agil arbeiten möchte und alle anderen möchten das dann kann's ja auch total schön sein wahrscheinlich, ne, son Netzwerk zu haben und da Gleichgesinnte zu treffen. Auf jeden Fall. Ich glaub, umso spezialisierter
Speaker 1
27:38 – 28:04
oder so, genau, also spezialisierter das Thema ist, desto wichtiger ist das tatsächlich. Also an Netzwerken teilzunehmen. Weil Du, wenn Du's wenn Du diese Kontakte nicht innerhalb der Organisationen hast, dann dann brauchst Du irgendwie schon Unterstützung von außen bekommen und einfach nur, Ideen gegenseitig validieren zu lassen, ein bisschen Feedback zu bekommen, so Herausforderungen gemeinsam zu besprechen, dann werden Netzwerke umso wichtiger. Ja. Ich glaube, das ist auch 1 der ersten Effekte, die sich dann auf der Haben Seite
Speaker 2
28:04 – 28:46
widerspiegeln. Also das merkt man ja sofort, wenn man da in seiner eigenen Aktion ganz einsam und alleine ist. Und wenigstens mal mit die man reden will, damit man sich sicher sein kann, dass man da vernünftige Gedanken weiterentwickelt hat. Also das Feedback kriegt man ja sofort. Das ist 'n ganz wichtiger Aspekt. Ja. Und ich könnte mir vorstellen, dass das also speziell in der Verwaltung, also vielleicht jetzt weniger in der Start up Szene, aber dass das was ist, was in der Verwaltung durchaus vorkommt, weil wir da einfach in diesen 2 Geschwindigkeiten ja Stück weit noch leben, ne? Ja, auch in teilweise ja ganz spezialisierte, ausdifferenzierte Zuständigkeiten. Mhm. Also da in dem Paper steht ja auch, dass zum Beispiel Beschaffung nicht als das strategische Instrument wahrgenommen wird, was es eigentlich sei. Ist halt dann ist man für diesen Beschaffungsteil zuständig, alle anderen denken sich vielleicht,
Speaker 0
28:47 – 28:51
reine Formal. Kann ja nicht so schwer sein, das Druckerpapier immer wieder zu stellen.
Speaker 2
28:52 – 29:13
Solche Gedanken dazu kommen wir's besonders schwierig, genau. Aber erst mal, das ist ja auch irgendwie lästig und so. Da muss man ja sehr viele Formalier erfüllen und ja, dann mit den spezifischen Problemen, die es da gibt und da gibt es unendlich viele, sich an Gleichgesinnte und ähnlich Arbeitende mit denen austauschen zu können, ist natürlich total wichtig. Ja, ja, das kann ich mir vorstellen, ja.
Speaker 0
29:13 – 29:24
Ihr habt jetzt diese ganzen Befragungen gemacht, Liadon. Kann man denn da was sagen wie dieses Netzwerk ist erfolgreich, dieses ist es nicht? Also kann man das überhaupt irgendwo festmachen? Also gibt's wie so Erfolgskriterien?
Speaker 1
29:25 – 30:37
Wir haben bewusst keine Erfolgskriterien gelegt, weil wie gesagt, es ging nicht drum, sondern die die Netzwerke ja, als erfolgreich oder nicht erfolgreich zu zu bewerten oder sie miteinander zu zu zu messen zum Beispiel. Ziel des Papers war auch, ein bisschen Klarheit zu stellen quasi, wenn wenn es wenn ein Netzwerk so als genau Innovationsnetzwerk quasi eingestuft werden kann, dann was hat das denn für für Arbeitsweisen und erfüllt es dann überhaupt diese also was für Innovationen werden erzeugt? Was sind dann die wichtigsten Effekte und so? Und das hat man dann gesehen, also zum Beispiel das Wissenstransfer, also laut der Befragung die wichtigste Innovationsform war. Knapp ein Drittel haben das ausgewählt. Also tatsächlich wirken dann alle Netzwerke, kann man, glaube ich, pauschal sagen, also die wir untersucht haben, als Ermöglicher der Innovation. Also die die setzen Rahmenbedingungen dafür. Natürlich können die auch schwer selber dann verfolgen, dann wie die Innovationen wirklich umgesetzt werden in den verschiedenen Mitgliedorganisationen. Das wär vielleicht ein Punkt, wo es vielleicht noch Potenzial gäbe in der Zukunft, die die Teilnehmenden noch stärker zu befragen und 'n bisschen Feedback zu bekommen, was die Hürden sind dann bei der Übertragung der Innovationen oder der Ergebnisse aus dem Netzwerk. Aber ich glaube, trotzdem kann man sagen, dass alle Netzwerke, also wenn sie Ziele haben, also dass die dass die diese erfüllen und die Teilnehmenden sind
Speaker 0
30:38 – 30:50
offensichtlich sehr zufrieden damit. Also das ist schon der wichtigste Erfolg wahrscheinlich. Und Du hast am Ende des White Papers auch so, ich glaub 5 Punkte sind's oder so was, ne? So eine Art Takeaway, wo man sich dann, wenn man selber 'n Netzwerk gründen will oder 1 schon hat,
Speaker 1
30:50 – 31:47
son bisschen angucken kann, ah Mensch, da könnt ich mal drauf achten und das wär gut. Genau, zum also wir haben die Handlungsempfehlungen in in 2 aufgeteilt. Einmal für Netzwerke, also jetzt für auch für bestehende Netzwerke zum Beispiel oder auch für Teilnehmende an Netzwerken und andererseits für Verwaltungsorganisationen. Weil auf jeden Fall ja ein wichtiger, also die Rahmenbedingungen bei den Organisationen, also bei den Verwaltungen selber quasi, wo die wo die Teilnehmenden herkommen, es sind auch superwichtig für also quasi dafür und sind wirklich entscheidend dafür, ob und wie also Personen dann oder Verwaltungsbeschäftigte an Netzwerken teilnehmen können. Und knapp, ich glaub, 60 Prozent der Befragten haben gesagt, sie bekommen ausreichend Unterstützung von ihren Führungskräften teilzunehmen. Aber das was ja natürlich auch super und erfreulich ist, aber andererseits heißt es trotzdem, dass 40 Prozent noch nicht ausreichend unterstützt werden. Und vielleicht nehmen sie trotzdem teil, aber das heißt trotzdem, dass die Netzwerkarbeit nicht brechend priorisiert oder strategisch genutzt wird. Ja. Also da gäbe es auch seitens der Verwaltungsorganisationen auf jeden Fall mehr Potenzial.
Speaker 0
31:48 – 32:14
Ja, das ist total interessant, ne? Dieses Weil die eine Frage ist ja, hab ich eine gute Zeit im Netzwerk und nehme ich da was mit? Und die 2. Frage ist ja, kann ich das dann auch umsetzen, da wo ich herkomme sozusagen, ne? Also diese Transmission ist ja 'n bisschen die Frage Genau. Die dann ja auch wieder sehr unterschiedlich schwierig ist. Ja, genau. Je nachdem, in welchem Bereich ich mich bewege. Wie könnte man das denn verbessern? Schweigen. Ich hab dich Mike angeguckt.
Speaker 2
32:17 – 33:29
Nein, die eine Seite ist sicherlich natürlich die die strategische Priorisierung. Also wenn man aus der Behörde heraus sich das ganz gezielt anguckt und dann halt Handlungsbedarf im Bereich Beschaffung oder im Bereich Agilität sieht und dann ganz gezielt Leute aussucht, die sich dann in diesem Netzwerk engagieren können und dann die Idee wieder mitbringen, sie anhört und dann halt auch über die Organisation dann wieder reinspielt. Also über die Leitung der Organisation im Zweifel wieder reinspielt. Das ist natürlich ein Punkt, der ganz wichtig ist, aber je nach Art der Innovation ist es, stößt man dann ja wieder an andere Grenzen. Also bei so Wissensvermittlung ist relativ einfach in Anführungszeichen. Und da kann ich ja dann Zusammenfassungen schreiben lassen, vielleicht intern dann noch mal die wesentlichen Ergebnisse präsentieren lassen oder was auch immer, das in die Organisation wieder reinzuspielen. Bei Prozessen wird's dann schon schwieriger. Mhm. Dann muss ich ja an meiner Arbeitsweise irgendwie was ändern. Ist auch noch ganz gut vorstellbar, wenn es dann Produkteninnovationen geht. Also wenn ich zum Beispiel diese Gewaltwahrnehmung im öffentlichen Raum, dann brauche ich die Technologie, dann muss ich das installieren. Da habe ich dann viel, viel höhere Hürden diese dieser Umsetzung. Aber ich denke schon, der Schlüssel ist erst mal Priorisierung der der Leitung,
Speaker 0
33:29 – 34:12
ganz gezielt das als Ressource zu machen. Also im Idealfall, um's jetzt noch mal zusammenzufassen, würde es dann vielleicht zulaufen, dass ich hab eine Führungskraft, die Führungskraft weiß, welche Netzwerke es gibt. Sagt mir, die ich Beschaffung mache, geh doch mal dahin, das könnte spannend sein. Ich geborene dir 'n Tag frei sozusagen. Und wenn die dann zurückkommt von dem von dem Treffen, dann sagt sie, Mensch spannend, erzähl mal, was war da was ist da passiert? Aber es gibt ja auch den anderen Fall Das ist die Traumkonstellation. Genau. Also die aber die der andere Fall wäre, Netzwerk ist mein Privatvergnügen. Ich hab das irgendwo mal gehört. Ich geh da hin und treff da vielleicht noch 'n Kollegen, der 3 Türen weitersitzt und wusste gar nicht, dass der auch in dem Netzwerk ist. Das gibt's auch, ne? Genau. Das das hat man auch gesehen aus ein paar Netzwerken. Genau, Dass es tatsächlich an interner Abstimmung manchmal mangelt, dass die Leute sich nicht absprechen, wer ist dann dabei aus der Organisation.
Speaker 1
34:12 – 34:32
Was auch vielleicht nicht schlecht ist, aber ich glaube, es wär dann schon gut, dann ein bisschen mehr Transparenz reinzubringen und vielleicht auch bei der Dokumentation der Ergebnisse dann eben tatsächlich das Wissen, also wie Du jetzt quasi in diesem Beispiel erläutert hast, das Wissen dann, das aus dem oder die Informationen, die aus dem Netzwerk kommen, dann mit 'nem Kollegen zu teilen im breitesten Sinne. Also das heißt, ich würde sagen, unser Netzwerkfazit
Speaker 0
34:32 – 34:42
ist, es gibt vieles da draußen und man muss es gut nutzen. Man kann es noch besser nutzen. Man kann es noch besser nutzen. Genau. Man kann es noch besser nutzen. Und es lohnt sich.
Speaker 1
34:43 – 34:45
Es lohnt sich auf jeden Fall, ja.
Speaker 0
34:45 – 35:12
Das war unser Beitrag zum Wissenstransfer in Sachen Innovationsnetzwerke. Das Whitepaper Innovationsnetzwerke in der öffentlichen Verwaltung finden Sie auf unserer Webseite öfid Punkt d e mit o e geschrieben. Ich danke meinen beiden Gästen, Liadon Sage, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum öffentlicher IT und Mike Weber, stellvertretender Leiter des öfit. Mein Name ist Franziska Walser. Vielen Dank fürs Zuhören und bis bald.